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  • Workshop

Die andere Seite des Messers

Übersicht

    • Workshop
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    Samstag, 13:00
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    Halle 5
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    Low Gear
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    Langes Messer
Dieser Workshop konzentriert sich auf alle Teile und einige Techniken des Messers, die nebst der Klinge und des Orts eine effiziente bis letale Wirkung haben, oder zur Aufbereitung für eine Folgetechnik als verstecktes Stück geeignet sind:

Knauf, Nagel, Griff, Parier – all diese Teile stehen selten im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Sie sind aufgrund ihrer Beschaffenheit und brutalen Effizienz meist zu gefährlich, um sie im Sparring und bei Turnieren einzusetzen, bzw nur schwierig in das Training zu integrieren.

Da somit nur selten ein Focus auf Ihrem routinierten Einsatz liegt werden diese Teile des Messers oft unpräzise oder gar nicht eingesetzt und dadurch nicht automatisiert ins unterbewusste Technikportfolio übernommen.

Schauen wir uns an, was man mit diesen Teilen machen kann und wie und ob wir dies trainieren können, ohne die Schädel, Kiefer und Gelenke unserer Trainingspartner zu zerstören, um Techniken, die in der Realität sehr nützlich sind und Teil des quellbasierten Gesamtsystems sind, nicht im Training zu ignorieren.

Eine Waffe nur teilweise zu beherrschen, ist für alle beteiligten eine Gefahr die es zu vermeiden gilt.

Ausrüstung

Maske Pflicht, Zahnschutz empfohlen! Brillenträger werden, sofern möglich, Kontaktlinsen empfohlen. Bei allem gilt , Techniken immer angemessen mit dem Partner abgesprochen auszuführen. safety first, fun second 😉

Hinweis

Im Workshop bitte keine Filmaufnahmen oder Fotosessions, außer durch den Veranstalter.

Coach

Martin Enzi

Facts

  • Trainingsort: Dreynschlag
  • Waffen Schwerpunkte:
    Langes Messer: cgm 582, Liechtenauer, PHM , ...

Workshops

Martin Enzi kam ursprünglich durch klassisches Boxen mit dem Kampfsport in Berührung.

Nach einer Weile brachte ihn seine Suche nach weiterführenden Prinzipien, sowie die Ergänzung der Fähigkeiten im Umgang mit diversen Werkzeugen im physischen Diskurs, zum historischen Fechten. 2001 begann somit die Faszination, sich mit quellenbasiertem historischen Fechten auseinanderzusetzen, und Langschwert, Ringen, Dolch und Stangenwaffen wurden Teil des täglichen Trainings.

2003 fiel ihm der erste Entwurf der Transkription von Johannes Leckuechners „Kunst des Messerfechtens“ in die Hände. Dies gab ihm die Möglichkeit, sich als einer der Ersten mit diesem Manuskript zu beschäftigen. Nach Vertiefung in die ersten Seiten des Manuskripts entfachte dieses seine dauerhafte Leidenschaft für das Lange Messer in all seinen Ausprägungen.

Nach intensivem Studium und Training begann er als Ausbilder für Langschwert, Messer und schließlich auch für die so genannten „Bauernwaffen“ wie Sichel, Sense oder Dreschflegel sowie dem, in den Quellen des 15. Jahrhunderts nicht so häufig vorkommenden, Speer. 2006 beteiligte er sich an der Ersttranskription von Teilen des Manuskripts von Paulus Hector Mair (Sense, Sichel und Dreschflegel) im Auftrag des Higgins Armory Museums Boston.

Diese Transkription wird nach langer Wartezeit heuer von Jeffrey L. Forgeng veröffentlicht werden.

Obwohl ihm die Ausbildung in der Liechtenauer Langschwertschule und die bäuerlichen Waffen nach Paulus Hector Mair schon immer am Herzen lagen, liegt sein Hauptaugenmerk am Messer nach cgm582, wobei er auch andere messerbezogene Quellen wie Talhoffer, von Baumanns Fechtbuch, Pauernfeindt, oder Falkner etc. seine Beachtung fanden.

Nachdem er nun seit über 20 Jahren auf diversen internationalen Veranstaltungen unterrichtet, wurde ihm 2019 die Ehre zuteil, eine Einladung nach Tokio zu erhalten. Dort durfte er die erste, auf europäischen Quellen basierenden, Masterclass im historischen Fechten mit dem Messer in der Geschichte Japans abhalten.

Eine besondere Freude war es ihm, der Buchreihe „Meditations on HEMA“ drei Artikel beizusteuern. Nebst diesen schrieb er Artikel für Zeitschriften und erstellte Gutachten bei archäologischen Funden von „Messern und messerähnlichen Objekten“ und für Originale in Sammlungen und Museen.

Neben HEMA praktiziert Enzi seit 23 Jahren Bühnenkampf, und coacht und trainiert beruflich Schauspieler und Stuntmen für eine SFX-Agentur. Darüber hinaus arbeitet er als Kampfchoreograph für Film-, Theater- und Fernsehproduktionen und hat vor kurzem sein Zertifikat als “Master of Arms for film and theater“ erhalten.

Im Rahmen seiner Tätigkeiten ist er auch Ausbildner für Schusswaffen und Praxisprüfer für den Sachkenntnisnachweis beim Erwerb einer WBK in Österreich.